- In Kürze zu: Ist Trockenfutter für Katzen gesund?
- 1. Mythos: Trockenfutter reinigt die Zähne Deiner Katze
- 2. Mythos: Trockenfutter ist lange haltbar und bleibt frisch
- 3. Mythos: Kaltgepresstes Trockenfutter ist automatisch besser
- 4. Mythos: Meine Katze trinkt genug Wasser zum Trockenfutter
- 5. Mythos: Tierärzte empfehlen Trockenfutter, also ist es gut
- Bonus-Mythos: Die „Premium“-Falle bei Trockenfutter
- Fazit: Ist Trockenfutter gut für Katzen?
- Häufig gestellte Fragen zum Thema Trockenfutter für Katzen
Viele Katzeneltern fragen sich: Ist Trockenfutter gut für Katzen?
In diesem Artikel möchte ich Dir 5 hartnäckige Mythen rund ums Trockenfutter vorstellen und erklären, warum diese oft mehr Marketingversprechen als echte Vorteile für Deine Katze sind.
Ich zeige Dir, wie irreführend die Werbung sein kann und warum Trockenfutter häufig mehr dem Menschen als dem Wohl Deiner Katze dient.
Bereite Dich auf spannende Erkenntnisse vor!
In Kürze zu: Ist Trockenfutter für Katzen gesund?
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Trockenfutter reinigt die Zähne nicht, sondern kann durch Krümel und Zuckerzusätze sogar Zahnerkrankungen fördern.
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Der niedrige Feuchtigkeitsgehalt belastet Nieren und Harnwege – viele Katzen trinken zu wenig, um das auszugleichen.
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Auch kaltgepresste oder „Premium“-Sorten sind kein Garant für Qualität – die größten Mythen rund ums Trockenfutter decke ich in diesem Artikel auf.
1. Mythos: Trockenfutter reinigt die Zähne Deiner Katze
Viele glauben, dass Trockenfutter wie eine natürliche Zahnbürste wirkt und die Zähne ihrer Katze reinigt.
Das klingt praktisch: Der Napf ist schnell gefüllt, die Katze kann jederzeit fressen und angeblich werden die Zähne gepflegt.
Aber stimmt das wirklich?
Das Gebiss der Katze ist ein sogenanntes Scherengebiss, das darauf ausgelegt ist, Beute zu packen und in Fleischstücke zu zerreißen. Katzen kauen nicht lange oder gründlich – oft schlucken sie Trockenfutterbrocken einfach sofort oder beißen nur einmal zu. Eine echte mechanische Reinigung der Zähne findet dadurch kaum statt.
Außerdem kauen Katzen meist nur auf einer Seite ihres Mauls, wodurch keine vollständige Zahnreinigung im ganzen Mund möglich ist.
Die Brocken zerfallen zudem schnell in kleine Krümel, die sich zwischen den Zähnen festsetzen können. Die enthaltenen Kohlenhydrate und Zuckerstoffe fördern sogar das Bakterienwachstum im Mund und erhöhen das Risiko für Zahnprobleme.
Die Vorstellung, dass Trockenfutter die Zähne wie eine Zahnbürste reinigt, ist also ein Irrglaube.
2. Mythos: Trockenfutter ist lange haltbar und bleibt frisch
Die Werbung suggeriert, dass Trockenfutter über Wochen oder Monate frisch bleibt – ein großer Vorteil für vielbeschäftigte Katzeneltern.
Doch die Realität sieht anders aus.
Schon während der Herstellung oder Verpackung können winzige Futtermilben ins Futter gelangen.
Diese sind mit bloßem Auge kaum sichtbar, vermehren sich aber stark im Futtersack.
Problematisch sind ihre Ausscheidungen, die Allergien bei der Katze auslösen können, wie Juckreiz, Hautprobleme und Verdauungsstörungen.
Ein weiteres Problem sind die zugesetzten Fette, vor allem Omega-3-reiche Fette. Diese sind sehr licht- und sauerstoffempfindlich und können im Laufe der Zeit ranzig werden. Ranzige Fette bilden Schadstoffe, die Leber und Niere der Katze belasten und Futtermittelintoleranzen auslösen können. Das Futter verliert an Qualität und riecht oft unangenehm – manchmal noch vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum schützt also nicht vor Milbenbefall oder schleichender Ranzigkeit. Die vermeintlich lange Haltbarkeit ist trügerisch und kann unbemerkt gesundheitliche Probleme verursachen.
3. Mythos: Kaltgepresstes Trockenfutter ist automatisch besser

Viele Katzeneltern sind vom Begriff „kaltgepresst“ beeindruckt und denken, es bedeute eine besonders schonende und natürliche Verarbeitung, die mehr Vitamine und Nährstoffe erhält. Doch die Wahrheit ist komplexer.
Nach EU-Recht müssen tierische Zutaten vor der Verarbeitung mindestens auf 90 °C erhitzt werden, um krankmachende Bakterien abzutöten. Das passiert bereits beim Zulieferer, bevor die Rohstoffe beim Hersteller ankommen. Erst danach wird das Futter kaltgepresst bei etwa 40 °C.
Das bedeutet, dass die empfindlichen Nährstoffe die hohe Hitze bereits durchlaufen haben und der Begriff „kaltgepresst“ mehr verspricht, als er hält.
Ich habe selbst getestet, wie sich kaltgepresstes und herkömmliches Trockenfutter im Wasser verhalten – als kleine Simulation für den Katzenmagen. Beide Sorten quellen stark auf und binden viel Wasser, das die Katze aus ihrem Körper bereitstellen muss, um das Futter zu verdauen. Das entzieht dem Körper Wasser und belastet die Katze zusätzlich.
In den nachfolgenden 2 Bildern wird mein Experiment deutlich sichtbar.
Das linke Bild: Links siehst Du kalbgepresstes Futter, rechts daneben herkömmliches Trockenfutter – beide wurden jeweils 5 Minuten lang mit der gleichen Menge Wasser vermischt.
Das rechte Bild: Das gleiche Experiment – aber nach 150 Minuten. Deutlich sichtbar: Die Trockenfutterbrocken haben sich stark vergrößert, sie saugen das Wasser wie ein Schwamm auf.


Der Hype um kaltgepresstes Trockenfutter hält also nicht, was er verspricht.
4. Mythos: Meine Katze trinkt genug Wasser zum Trockenfutter
Eine weitere verbreitete Annahme ist, dass Katzen beim Trockenfutter automatisch mehr trinken, um den Flüssigkeitsmangel auszugleichen. Leider ist das ein Trugschluss.
Katzen stammen von Wüstentieren ab, die den Großteil ihres Wasserbedarfs über Beutetiere decken. Trockenfutter enthält nur rund 10 % Feuchtigkeit.
Wenn Deine Katze 50 g Trockenfutter frisst, müsste sie etwa 150 ml Wasser zusätzlich trinken – das entspricht einem kleinen Glas Wasser direkt nach jeder Mahlzeit. Diese Menge erreichen die meisten Katzen nicht.
Ein chronischer Flüssigkeitsmangel belastet die Nieren und erhöht das Risiko für Harnwegserkrankungen, Harnsteine und chronische Nierenschwäche. Viele Katzeneltern bemerken das Problem zu spät, weil sie das gelegentliche Trinken als ausreichend empfinden.
Zusammengefasst: Die Hoffnung, dass Katzen durch mehr Trinken den Flüssigkeitsverlust ausgleichen, ist trügerisch und gesundheitlich riskant.
5. Mythos: Tierärzte empfehlen Trockenfutter, also ist es gut
Viele vertrauen auf die Empfehlung ihres Tierarztes, wenn es um die Wahl des Futters geht. Doch gerade beim Thema Katzenernährung lohnt sich ein genauerer Blick.
Tierärzte erhalten oft Schulungsmaterialien und Informationsunterlagen direkt von der Futtermittelindustrie, teilweise schon während des Studiums. Diese basieren häufig auf Herstellerdaten und sind nicht immer unabhängig.
Die Industrie unterstützt Praxen mit kostenlosem Probematerial, Seminaren und Werbematerialien. Dadurch werden bestimmte Marken bevorzugt und erscheinen als sichere, hochwertige Wahl – auch wenn das nicht immer der Fall ist.
Das heißt nicht, dass Tierärzte falsch beraten oder nur aus Eigeninteresse handeln. Viele engagieren sich sehr für die Tiere. Dennoch ist es wichtig, Empfehlungen kritisch zu hinterfragen und bei Bedarf eine zweite Meinung einzuholen.
Bonus-Mythos: Die „Premium“-Falle bei Trockenfutter
Ein weiterer beliebter Lockruf ist das Wort „Premium“ auf der Verpackung – viele denken automatisch, es handle sich um hochwertiges Trockenfutter. Doch ein Blick auf die Zutatenliste offenbart oft das Gegenteil.
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Tiermehl: Ein Sammelbegriff für Fleischreste, Federn oder Knochen, dessen genaue Herkunft meist unklar bleibt.
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Pflanzliche Füllstoffe: Getreide, Mais, Reis oder Soja sind oft stark verarbeitet und für Katzen schwer verdaulich, liefern kaum Nährstoffe und strecken das Futter günstig.
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Künstliche Zusatzstoffe: Farbstoffe, Aromastoffe und Konservierungsmittel sollen den Geschmack verbessern und Haltbarkeit erhöhen, kaschieren aber oft minderwertige Zutaten.
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Unklare tierische Fette: Oft nicht deklariert, was Herkunft und Qualität angeht.
Die Herstellung von Trockenfutter erfordert hohe Temperaturen und starken Druck, wodurch viele natürliche Vitamine, Enzyme und nützliche Bakterien verloren gehen.
Ich habe selbst erlebt, wie meine Katzen unter Trockenfutter mit Premiumlabel litten: Übergewicht, stumpfes Fell, Verdauungsprobleme und ständiger Hunger. Erst die Umstellung auf hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil und ohne unnötige Zusätze brachte eine deutliche Verbesserung: glänzendes Fell, normale Verdauung und gesunde Gewichte.
Fazit: Ist Trockenfutter gut für Katzen?
Wer das Wohl seiner Katze wirklich im Blick hat, sollte bei der Futterwahl genau hinschauen. Die vermeintlichen Vorteile von Trockenfutter – wie Zahnreinigung oder lange Haltbarkeit – bieten Deiner Katze keine echten Pluspunkte. Hochwertiges Nassfutter liefert fast alle wichtigen Nährstoffe und sorgt für ausreichend Flüssigkeit, was entscheidend für die Gesundheit ist.
Informiere Dich über artgerechte Alternativen und triff eine bewusste Entscheidung. Mit der richtigen Futterwahl ermöglichst Du Deiner Katze ein langes und vitales Leben.
Achte trotzdem darauf, nicht in die „Nassfutterfalle“ zu geraten – denn auch hier lauern Inhaltsstoffe, die Deiner Katze schaden können.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Trockenfutter für Katzen
Ist Trockenfutter wirklich schlecht für die Zähne meiner Katze?
Ja, Trockenfutter reinigt die Zähne nicht effektiv. Katzen kauen meist nicht lange und die Brocken zerfallen schnell, was sogar das Risiko von Zahnproblemen erhöhen kann.
Wie lange ist Trockenfutter wirklich haltbar?
Obwohl das Mindesthaltbarkeitsdatum oft lang ist, können Futtermilben und ranzige Fette die Qualität und Sicherheit des Futters schon vor Ablauf beeinträchtigen.
Ist kaltgepresstes Trockenfutter die bessere Wahl?
Der Unterschied zu herkömmlichem Trockenfutter ist gering, da tierische Zutaten bereits vor der Verarbeitung stark erhitzt werden. Der Begriff „kaltgepresst“ ist oft irreführend.
Trinken Katzen genug Wasser, wenn sie Trockenfutter fressen?
Meist nicht. Katzen trinken generell wenig, und Trockenfutter enthält wenig Feuchtigkeit. Das kann zu chronischem Flüssigkeitsmangel und gesundheitlichen Problemen führen.
Warum empfehlen Tierärzte oft Trockenfutter?
Viele Tierärzte erhalten Informationen und Materialien von der Futtermittelindustrie. Empfehlungen basieren oft auf diesen Quellen, weshalb es wichtig ist, kritisch zu hinterfragen und bei Bedarf eine zweite Meinung einzuholen.



